Krassgrün - Neues aus Uganda

Afrika-Blog

Afrika-Blog

Neues aus Uganda

Neues aus Uganda

Leben und Arbeiten und dabei noch Land und Leute entdecken!

Wie das geht, und v.a. wie das aussieht, erfahrt ihr hier.

Die 5. UNYFA Agribusiness Tour - 25. – 30. November 2019

"Let's farm to feed the world, create employment and earn a living."

Unter diesem Motto findet die diesjährige Agribusiness Tour statt. Die Tour ist ein fünftägiger ‚farmer to farmer exchange‘, organisiert von unserer Partnerorganisation, dem ugandischen Jungbauernverband UNYFA. Landwirte, Azubis und Betriebsleiter teilen ihr Wissen und ihre Erfahrungen, besichtigen Betriebe und erfahren mehr über Innovationen in ihrer Branche.

Unsere vier Praktikantinnen sind natürlich auch mit dabei und reisen, gemeinsam mit etwa 30 UgandaerInnen aus dem Agrarbereich, eine knappe Woche durch das Land.

 

Und Lora nimmt uns mit auf ihre Reise durch Uganda!

 

 

 

Bwelange-Kawuku Farm bei Entebbe Wakiso

Auf dem Gelände der Farm steht eine Grundschule und die Kinder dort haben die Möglichkeit, landwirtschaftliche Prozesse mit zu erleben und zu gestalten und schon früh ein umfassendes Verständnis von der Lebensmittelproduktion zu erlangen. Es ist schön, dass die Kinder direkt mit integriert werden und somit die Prozesse auf der Farm von Anfang an lernen.

Der eine Teil der Farm ist eine ‚Presentation Farm‘ auf der gezeigt wird, wie auf kleinem Raum möglichst viel angebaut werden kann. Die Schulkinder haben die Möglichkeit, diesen Betriebszweig mit zu bewirtschaften.

Der ander Teil der Farm besteht aus einer Kreislaufwirtschaft mit einer Madenproduktion als Proteinquelle für Schweine, Hühner und Fische.

Fazit des Aufenthalts: Man braucht "nichts", um etwas aufzubauen, sondern alles ist schon da. Die Kunst ist es bloß, die Ressourcen zum richtigen Zeitpunkt bedacht einzusetzen. So wurde für die Madenproduktion zum Beispiel der Mist der Tiere genutzt, diese dienen dann wiederum als Fischfutter.
 

Ein-Acre-Farm-Model: Auf dieser Farm werden viele Früchte und unterschiedliche Gemüsesorten in Säcke gepflanzt, die ein Gemisch aus Erde und Mist enthalten.

 


Weiter geht's zu Cyprian’s Farm

Cyprian ist ein junger Farmer der sich auf Gurken- und Setzlingsaufzucht spezialisiert hat, aber auch Avocados und Papayas anbaut und vermarktet. Gurken sind in Uganda bisher kaum verbreitet. So langsam etabliert sich jedoch ein Markt dafür und Cyprian liefert v.a. an städtische Supermarktketten. Zurzeit ist seine Farm noch im Aufbau. Allerdings verfügt er über eine eigene Wasserversorgung inkl. Wasserpumpe. Nun muss er noch auf den Stromanschluss warten um seine Felder bewässern zu können. Großen Wert legt der junge Farmer auf eine hohe Qualität der Produkte, was wichtig ist, um sich von anderen abzugrenzen und deine Produkte erfolgreich vermarkten zu können.

Am Abend fuhren wir weiter auf die Ssese-Inseln, wo wir spät ankamen, den Abend am Lagerfeuer ausklingen ließen und am nächsten Tag im strömenden Regen am Viktoriasee aufwachten - willkommen in der Regenzeit!

 

Gerade so haben wir die letzte Fähre erwischt, um zu den Ssese-Inseln zu kommen und dann die Überfahrt im Sonnenuntergang genossen.

Unsere Praktikantin Daniela gibt eine Betriebsbesichtigung ihrer Hostfarm

Für den nächsten Tag standen die "Ssese Farm School" und die "Birinzi Farm" auf dem Programm: Bei der Ersten handelt es sich um eine agrarwissenschaftliche Ausbildungsstätte, die Zweite ist die Hostfarm von Daniela, wo Erdnüsse angebaut werden. Dort gibt es ein interessantes Bewässerungssystem, das von dem in der Nähe gelegenen Birinzi-Lake gespeist wird. Ein besonderes Highlight war die Traktorfahrt mit Daniela, die uns über die Farm fuhr. Außerdem schauten wir uns den Anbau von Passionsfrüchten an.

 

In der „Ssese Farm School“ wurden viele Ideen zur Gartengestaltung präsentiert: Hängende Gärten in Plastikflaschen oder –tüten, Hochbeete und der Gemüseanbau in Säcken.

Besuche in den National Parks

Nächster Halt: Lake Mburu Nationalpark. Dort gibt es viele Zebras, wir konnten im Matsch badende Wasserbüffel, jede Menge Antilopen, Warzenschweine und sogar Giraffen beobachten. Im Anschluss ging es weiter zum sogenannten "Afribanana Agribusiness Incubation Center" in Beharwe, das FarmerInnen bei ihrem Neustart unterstützt und Seminare zu verschiedenen Themen wie einer klimafreundlichen Landwirtschaft oder dem Management einer konventionellen Milchproduktion anbietet.

 

Am letzten Tag der Agribusiness Tour besuchten wir den Queen Elizabeth Nationalpark und machten im Anschluss eine Bootstour auf dem Kazinga Kanal, wo wir neben Wasserbüffeln zahlreiche Elefanten, Nilpferde und Seeadler beobachten konnten.

Ich finde es wertvoll, neben der eigenen Hostfarm auch in andere Höfe Einblicke gewinnen zu können. Insgesamt haben wir eine gute Zeit mit den anderen TeilnehmeInnen verbracht, viele Stunden im Auto gesessen und sind Uganda und der lokalen Landwirtschaft ein ganzes Stück näher gekommen!