Krassgrün - Alexander, Georg und Lukas

Praktikanten-Blogger

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Alexander, Georg und Lukas

Alexander, Georg und Lukas

Ende September 2019 haben sich zwei Bayern und ein Baden-Württemberger auf den Weg ins südliche Australien gemacht. Auf einem Ackerbaubetrieb wollen sie die Landwirtschaft einmal unter ganz anderen klimatischen Bedingungen kennenlernen. Sie sind gespannt auf die riesigen Flächenstrukturen, freuen sich auf die Menschen, die ihnen begegnen werden und haben Lust auf Abenteuer, die jenseits der Arbeit auf dem Betrieb auf sie warten!

#4 Ernte in Australien – Endlich ist sie da!

Ende November 2019

Teleskoplader und viel, viel Heu

 

Die Heuernte ist nun abgeschlossen. Letztendlich stapelten wir rund 17.000 Ballen von 5.000 Hektar. Gleichzeitig sind wir seit den letzten 2 Wochen voll mit der Ernte von Gerste und Linsen beschäftigt. Während zwei von den Trainees mit dem New Holland Mähdrescher die Linsen ernten, ist der Rest der Crew mit den beiden Case Mähdreschern, Überladewagen und Schlauchfüllern mit der Ernte und dem Einlagern von Gerste beschäftigt. Um noch schlagkräftiger zu sein, ist noch ein Lohnunternehmer mit zwei John Deere Mähdreschern und einem Überladewagen vor Ort.

Am Anfang der Ernte kühlte es nachts so stark ab, dass wir die Nachtschicht um ca. 3 Uhr wegen Morgentau abbrechen musste. Seit Anfang dieser Woche können wir rund um die Uhr in 12-Stundenschichten fahren. Bei der Ernte von Gerste sind somit in einer Schicht, mit allen 4 Mähdreschern, bis zu 400 ha möglich, welche einen Ertrag von 1,5 bis 4,25 Tonnen je ha abwirft. Bei den Linsen schaffen sie derzeit sogar bis zu 150 ha in einer Schicht, da der Ertrag nur bei 200 kg/ha im Durchschnitt liegt.

Es wird alles mit dem Überladewagen in einen "Grainbag" über den "Baginloader" gebracht. Die Maschine kann hydraulisch an den Rädern gebremst werden, das heißt, je mehr gebremst wird, desto mehr wird der Getreideschlauch gefüllt. Die Grenze der Füllung kann man an einer Skala an der Seite des Schlauchs ablesen und diesen dadurch optimal füllen.

Seit dieser Woche haben wir Temperaturen bis über 40 Grad Celsius und auch teilweise sehr starken Wind, was die Brandgefahr enorm erhöht hat. Deshalb wurde die Ernte auch einen Tag unterbrochen und wir hatten frei, da bei dieser Witterung das Dreschen und jegliche Arbeiten, die ein Feuer verursachen könnten, verboten sind.

 

Es ist für uns wahnsinnig interessant, den krassen Unterschied zu deutschen Verhältnissen mit kleineren Flächenstrukturen, kürzeren Zeitfenstern und höheren Erträgen so zu erleben. Deshalb sind wir auch für den restlichen Verlauf der Ernte hoch motiviert.

 

 

#3 Die Wochenenden

Ende Oktober 2019

Die letzten freien Wochenenden vor Start der Getreideernte haben wir für einige Ausflüge in die Umgebung genutzt. Einen Samstag verbrachten alle Trainees der Farm sowie einige Praktikanten von Nachbarfarmen gemeinsam bei einem Pferderennen im 30 km entfernten Manangatang. Pferderennen sind in Australien sehr beliebt. Man kann vor Ort Wetten auf das Siegerpferd abschließen. Zwischen den Rennen auf der Bahn werden auf einer Leinwand live-Rennen von anderen Orten übertragen. Am Abend gab es nach dem letzten Rennen noch Livemusik. Für unsere Verhältnisse waren dort nur noch wenige Besucher, die Stimmung war aber trotzdem super. So kamen wir erst am frühen Sonntagmorgen zurück zu unserem Haus.

 

Horserace in Manangatang

Am letzten Wochenende lockte uns eine Radiowerbung für ein Oktoberfest mit „German Food“ und „German Beer“ in einen Sportklub in Tooleybuc. Das Fest war allerdings kaum mit einem bayrischen Volksfest vergleichbar. Kaum 50 Gäste, kleine Biergläser und kaltes Essen ließen nicht wirklich Oktoberfeststimmung aufkommen.

 

 

 

Spontan haben wir uns dann entschieden nach Swan Hill in einen Nachtklub zu fahren. Dort trafen wir gleich noch 2 Mitarbeiter der Farm. Ausgang des Abends, siehe vorherige Woche.

 

 

Letzten Sonntag haben wir mit 2 anderen Praktikanten der Farm einen Ausflug nach Bendigo gemacht und dort eine alte Goldmine besichtigt. Dort wurde bis in die 1950er Jahre Gold aus bis zu 1400 m Tiefe gefördert. Die ganze Gegend um Bendigo war zu dieser Zeit vom Goldschürfen geprägt und dadurch sehr wohlhabend. 

Ein fester Termin an jedem Wochenende ist das Einkaufen in Swan Hill. 3 Mahlzeiten pro Tag an 7 Tagen pro Woche erfordern hier einiges an Organisation und Lagerhaltung, vor allem da der nächste Supermarkt 70 km entfernt ist.

#2 Heustapeln

Oktober 2019

920 Ballen in einem Stapel

Nach kurzer Eingewöhnungszeit starteten wir direkt in die Heu-Saison. Gemäht wird Luzerne und Wicke, dazu Weizen-, Gerste- und Rapsbestände, von denen kein hoher Kornertrag zu erwarten ist. Mit Schwadmähern wird das Heu direkt auf Schwad gemäht und bleibt 2-4 Wochen liegen. Dann werden immer zwei Schwaden zusammengerecht und gepresst. Die Schwader und Pressen laufen in der Nacht und den frühen Morgenstunden, da das Heu tagsüber zu trocken werden kann und die Bröckelverluste zu hoch sind. Eine der Pressen läuft in Verbindung mit einem Steamer. Diese Maschine verdampft Wasser und bläst den 120-130°C heißen Dampf in die Pickup der Presse. Undenkbar in Deutschland, 1000 Liter Diesel an einem Tag zu verbrauchen, um mehr Feuchtigkeit ins Heu zu bringen.

Teleskoplader
Georg und Bale-Caps

Unsere Aufgabe bestand dann darin, die Heuballen einzusammeln und am Feldrand aufzustapeln. Auf Schlägen mit 300 - 800 Hektar eine ganz schöne Aufgabe. Mit unserem Team aus 7 Trainees schafften wir an guten Tagen über 1200 Ballen. Insgesamt sollen ca. 7000 ha Heu gemacht werden. Das wird uns noch eine Weile beschäftigen.

 

Mit Sattelschleppern werden die Ballen auf dem Acker transportiert. Vorsicht ist allerdings auf den sandigen Hügeln geboten. Dort bleiben die Trucks im trockenen Sand leicht stecken.

Am Feldrand werden die Ballen in langen „Stacks“ aufgesetzt und jeweils die obersten mit „Bale-Caps“ abgedeckt, um sie vor Sonne und Regen zu schützen. Unglaublich wie viel Staub sich nach einem Tag dieser Arbeit in einem Luftfilter befinden kann (…oder im Gesicht eines Trainees). Wenn die Ballen verkauft sind werden sie dort dann auf Roadtrains verladen und abtransportiert. Einige werden bis nach Japan exportiert.

Truck

#1 Ankunft in Melbourne

September 2019

 

 

Nach dem anstrengenden und langen Flug von Frankfurt nach Abu Dhabi und dann von Abu Dhabi nach Melbourne, waren wir froh endlich angekommen zu sein. Um auch gleich fit auf der Farm anzukommen, blieben wir 2 Nächte in einem Hostel in Melbourne. Dort sahen wir uns auch noch ein wenig in der Stadt um.

Am Montag, den 30. September, fuhren wir mit dem Zug noch 400 km nach Swan Hill. Dort holte uns unser Chef ab und wir kauften gleich noch das Nötigste für die erste Woche ein. Wir sollten es am Anfang noch etwas ruhiger angehen lassen, sodass wir uns erstmal auf dem Betrieb umgesehen haben und uns in Ruhe in unserem Haus, in dem mit uns noch 4 weitere Praktikanten wohnen, einleben konnten. Gegen Ende dieser Woche begannen wir dann alle mit der Heuernte.