Krassgrün - Elisabeth Hesse

Praktikanten-Blogger

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Elisabeth Hesse

Elisabeth Hesse

Trotz der aktuellen widrigen Umstände schaffte Elisabeth Hesse es, im Mai diesen Jahres ihren Traum vom landwirtschaftlichen Auslandspraktikum in Kanada zu verwirklichen. Schon ihre Mutter schwärmte von der Schönheit des Landes und hält noch Kontakt zu ehemaliger Gastfamilie und Freunden. Nun ist Elisabeth an der Reihe, Land und Leute während ihres sechsmonatigen Aufenthalts auf einer Rinder- und Ackerbauranch kennenzulernen.

# 1 Ankunft in Saskatoon

oder: "Die Dinge nehmen, wie sie kommen"

Dieses Jahr steht der Aufenthalt wohl unter der Devise: „Die Dinge nehmen wie sie kommen“.

Durch Corona hat sich mein Abflug leider um fast zwei Monate verschoben. So bin ich statt am 19. März, am 11. Mai nach langem Bangen endlich ins Abenteuer Kanada gestartet.

Mitten in der Nacht bin ich, nach einem langen Flug von Frankfurt nach London, von London nach Vancouver und von Vancouver nach Saskatoon, an meinem Zielflughafen angekommen. Allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch eine zweistündige Autofahrt bis zur Farm meiner Gastfamilie vor mir. Gefühlt besonders seltsam: durch Corona musste ich in einem separaten Auto meiner Gastfamilie bis zur Farm folgen! Dort angekommen bin ich sofort in den mir zur Verfügung gestellten Trailer, um dort meine 14-tägige Quarantäne zu absolvieren.

Nach den 14 Tagen konnte ich dann ausgeruht in den Alltag starten. Als erstes bin ich von dem Trailer in ein Haus gezogen, in welchem die Arbeiter und Praktikanten wohnen, gezogen.

 

Ich arbeite nun auf einer Farm mit 8000 Acres, also einer 3237 Hektar großen Farm mit Rindern. Die Farm befindet sich in der Nähe von Elrose, Saskatchewan.

Durch die Quarantäne und meine verspätete Ankunft habe ich vom Kalben und der Aussaat leider nur noch den kleinen letzten Rest mitbekommen. Aber selbst der Rest war ein unbeschreibliches Erlebnis.

Meine ersten Eindrücke haben bestätigt was ich eigentlich schon wusste, aber es zu sehen ist doch etwas Anderes. Hier ist eben alles etwas größer. Und Saskatchewan hat nicht umsonst den Namen „Land of the Living Skies“.

Nun ist es auf der Farm etwas ruhiger geworden. Die meisten Kühe sind mit ihren Kälbern auf der Weide und auch die Bullen dürfen raus. Und die Aussaat ist beendet. Jedoch haben wir zwei Flaschenkälbchen und auch sonst wird es nicht langweilig, da nun neben den alltäglichen Arbeiten - wie Kälbchen, verbleibende Kühe und Arbeitspferde füttern - Instandhaltungsarbeiten anfallen und alles aufgeräumt wird. Und natürlich darf ich die regelmäßige Kontrolle der Rinder mit den Pferden nicht vergessen! Dies ist für mich etwas ganz besonderes, da ich zu Hause auch mein eigenes Pferd habe und die Aufgabe somit fast ein bisschen zu Hause ist.

Ich durfte auch schon beim Treiben der Rinder helfen, hierbei wurden die Rinder auf der einen Weide in einen Corral (dt. Fanggehege) getrieben und sortiert. Die Färsen und 6 Kühe mit ihren Kälbern wurden auf eine angrenzende Weide gebracht und der Rest in einen Truck verladen. Diese Rinder wurden zu der anderen Herde auf der größeren Weide gefahren. Auch das Rausbringen der Bullen war ein besonderes Erlebnis. Diese wurden ebenfalls mit Hilfe des Trailers zur Weide gefahren und dann mit den Pferden zu den Kühen getrieben.

Ich bin gespannt, was ich die nächsten Monate noch auf der Farm erleben werde und freue mich riesig!