Krassgrün - Sophie Andrä

Praktikanten-Blogger

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Sophie Andrä

Sophie Andrä

Sophie Andrä, 24 Jahre alt, absolviert ihr 7-monatiges Praktikum in Kanada auf einem kleinen Familienbetrieb mit Milchvieh und Ackerbau. Die gelernte Landwirtin und B.A.-Absolventin (Agrarwissenschaft) möchte Landwirtschaft aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen und die Diversität zu Deutschland erleben. Auf ihr Abenteuer nimmt sie uns mit und berichtet aus ihrem Alltag im wunderschönen Kanada!

Sophie Andrä in Kanada: "Ich will die Diversität in der Landwirtschaft kennenlernen und mag die Mentalität der Kanadier"

Ein Jahr später als geplant, aber mit umso mehr Zuversicht und Lust bin ich in mein großes Abenteuer „Kanada“ gestartet. Nach einem sehr entspannten Hinflug von Berlin über Amsterdam nach Calgary kam ich nach 24 Stunden wach in meinem Domizil für die nächsten drei Tage ein - das Quarantänehotel. Nachdem ich diese Zeit überstanden habe, holte mich meine Gastmutti ab und wir haben uns auf die sechsstündige Autofahrt nach Lloydminster begeben. Die restliche Quarantänezeit verbrachte ich in einem eigenen kleinen Haus von Freunden meiner Gastfamilie.

 

Als diese Zeit endlich überstanden war, bin ich zu meiner Gastfamilie ins Haus gezogen. Die Farm, auf der ich arbeite, ist in der Nähe von Lloydminster und ca. 3000 Acres groß, also knapp 1200 Hektar. Zudem gehören noch ca. 60 Mutterkühe plus Aufzucht dazu. Es ist ein Familienbetrieb, somit bin ich die einzige Angestellte und bewirtschafte alles mit meinem Gastvater allein. In stressigen Zeiten hilft sein Vater auf der Farm mit.

 

 

Die ersten vierzehn Tage meiner Arbeit bestanden daraus, die Maschinen einsatzbereit zu machen für die Drillsaison und die letzten Abkalbungen zu überwachen. Ende April haben wir dann mit dem Drillen bekommen. So zeitig wie noch nie, denn normalerweise wird erst um den zehnten Mai damit begonnen. Der frühe Start ist vor allem der Trockenheit geschuldet, hier hat es seit November nicht mehr richtig geregnet.

 

Meine Aufgabe in der Zeit war es, die Drille zu fahren. Erst war es recht ungewohnt ein so großes Gespann zu fahren, aber nach kurzer Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und viel Spaß beim Drillen - trotz der langen Tage. Nach der stressigen Säzeit ist es jetzt wieder etwas ruhiger und wir haben wieder normale Arbeitstage und machen die Nachbereitung der Felder. Das heißt: Steine lesen und die Saat anwalzen.

 

Meine Erwartungen bzw. Vorstellungen von der Arbeit hier wurden erfüllt: Große Maschinen, große Arbeitsbreiten, große Felder. Außerdem bin ich sehr froh, auf einem Familienbetrieb zu sein, da dort auch mal Zeit ist, etwas genauer hinzusehen und zu hinterfragen, wie dort gearbeitet wird, hinter die Kulissen in die Dokumentation zu schauen und in das Familienleben involviert zu sein. Das genieße ich wirklich sehr! 

 

Ich freue mich schon auf viele weitere, spannende Erlebnisse und Momente in den nächsten Monaten.