Krassgrün - IYFEP und Corona. Was nun?

Afrika-Blog

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IYFEP und Corona. Was nun?

IYFEP und Corona. Was nun?

Auswirkungen und Herausforderungen der aktuellen Situation / Effects and Challenges of the Current Situation

Lest hier, wie es unsern Partnern in Uganda zur Zeit ergeht, mit welchen Herausforderungen die ugandische Landwirtschaft zu kämpfen hat, was unsere ehemaligen Praktikanten jetzt tun können um die Lage in ihrem Land zu verbessern, aber auch, wie die Folgen von Corona unsere deutschen Gastbetriebe treffen.

Read here how our partners in Uganda are doing at the moment, what challenges Ugandan agriculture is facing, what our former trainees can now do to improve the situation in their country, but also how the consequences of Corona affect our German host farms.

16. Mai 2020

Hallo ihr da draußen,

seit unserem letzten Blogeintrag sind nun eineinhalb Monate vergangen und weltweit werfen die strikten Coronamaßnahmen in den verschiedenen Ländern ersten Unmut auf.

Obwohl sich das Infektionsgeschehen in Uganda verhältnismäßig spät und eher zaghaft entwickelte, veranlasste die Regierung in kurzer Zeit recht strenge Maßnahmen. Diese scheinen zu greifen, denn das ugandische Gesundheitsministerium vermeldet glücklicherweise noch keinen einzigen COVID19 – Todesfall. Momentan bestätigt das ugandische Gesundheitsministerium 203 Coronainfektionen, 63 gelten als genesen. Doch was zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus notwendig ist, lässt sich langfristig schwer in der Bevölkerung vermitteln. Nicht ganz unverständlich, wird das öffentliche und private Leben doch stark eingeschränkt.

Uganda hat an dem Totalverbot jegliches Personentransportes, auch im privaten PKW, seit unserem letzten Blogeintrag festgehalten. Lediglich Gütertransport bleibt weiterhin legal. Welche Schwierigkeiten daraus im (Arbeits)Alltag entstehen veranschaulicht unser Partner UNYFA mit der Situation einer ihrer Jungbauern: „Er muss momentan in der Stadt Iganga bleiben, da das Land, welches er bewirtschaftet etwas außerhalb der Stadt liegt und er keine Möglichkeit hat dort hinzukommen.“ Obwohl UNYFA weiterhin berichtet, dass viele Farmer die Coronabeschränkungen sehr gut angenommen haben und es in ihrer Pflicht sehen, für gesunde und ausreichende Lebensmittel zu sorgen, schaut nicht nur die Jungbauernorganisation mit Sorge auf die Nahrungsversorgung in ihrem Land.

Denis Kabiito, Geschäftsführer der UNYFA, informierte uns, dass heftige Regenfälle und die Rückkehr der Heuschrecken in großen Teilen Ostafrikas der landwirtschaftlichen Produktion stark zusetzen. Der Lake Victoria hat den höchsten Wasserstand seit Beginn der Messungen und das Wasser ist bis zu 200 m über die Ufer getreten. Viele der in Ufernähe lebenden Menschen mussten wegziehen. In den bergigeren Gebieten im Westen Ugandas ist ein Krankenhaus komplett weggespült worden. Zudem ist die erneute Bekämpfung der Heuschrecken durch den eingeschränkten Verkehr nur bedingt möglich.

 

 

 

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Förderer des Austauschprogramms IYFEP klärt nun, wie es den Partnerorganisationen vor Ort helfen kann. Kabiito teilte uns mit: „UNYFA möchte die Jungbauern verstärkt mit Setzlingen und Saatgut zur Lebensmittelproduktion versorgen, doch es fehlt an Transportmöglichkeiten und finanziellen Mitteln“. Zumindest konnten dank der Andreas – Hermes – Akademie (AHA) die ersten, fürs Home Office der Mitarbeiter benötigten Laptops abgeholt werden, um die Arbeitsfähigkeit der Ugandischen Jungbauernorganisation zu sichern. Denn das Team um Kabiito akquiriert fleißig weiterhin Teilnehmer, um einen Austausch zwischen Uganda und Deutschland, sobald er wieder möglich und realistisch ist, so schnell wie möglich auf die Beine zu stellen.

 

Auch wir hoffen natürlich weiterhin, dass sich die Coronafallzahlen durch eine gemeinsame Anstrengung weltweit verringern werden!

Bis dahin hoffen wir, dass ihr gesund bleibt und auch mental durchhaltet!

Wir halten euch über die Situation in unserem Partnerland auf dem Laufenden,

bis bald,

eure Schorlemer Stiftung

News zur aktuellen Situation in Uganda

31. März 2020

Nun ist es soweit: seit Anfang letzter Woche steht auch Uganda im Zeichen der Corona-Pandemie.

Lange Zeit konnte sich das kleine Land mit seinen knapp 35 Mio. Einwohnern tapfer gegen den wachsenden Infektionsdruck der Nachbarländer wehren. Doch seit dem 22.03.2020 wurden bis zum heutigen Tag laut des ugandischen Gesundheitsministeriums 33 Coronafälle gemeldet. 532 Verdachtsfälle wurden bereits getestet, 222 erwiesen sich als COVID19 - negativ.

Bereits zu Beginn der rasanten, weltweiten Verbreitung Anfang März stellte die ugandische Regierung Einreisende aus Risikogebieten (in diesem Fall auch Deutschland) unter eine 14-tägige Quarantäne, obwohl zu diesem Zeitpunkt in nur wenigen afrikanischen Ländern die Viruserkrankung festgestellt worden war.

Für unseren deutsch-ugandischen Austausch (IYFEP) hieß es jedoch schon Mitte März, aufgrund der globalen Entwicklung, konsequenterweise: verschieben!

Verschieben auf einen Zeitpunkt an welchem sich die Lage beruhigt hat und die Beschränkungen aufgehoben sind.

Denn momentan steht auch das Leben in Uganda auf dem Kopf. Unser Partner UNYFA berichtet, dass sie seit Anfang letzter Woche ihr Büro vorübergehend schließen und der komplette öffentliche Nahverkehr für 14 Tage eingestellt wurde. Sogar die regionale Fortbewegung mit privaten Verkehrsmitteln wurde laut unserem Partner untersagt. Alles für den Schutz der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit.

Die Herausforderung ist nun, Home-Office für die Mitarbeiter vor Ort einzurichten. Bei einigen reicht die Internetverbindung am Wohnort nicht aus, andere besitzen keinen Dienstlaptop. Hört sich irgendwie vertraut an, oder ;) ?

Doch COVID-19 ist nicht die einzige Bedrohung, die den ugandischen Landwirten Sorge bereitet.

Anfang März rief Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, noch „(...) zu einer verstärkten Anstrengung zur Bekämpfung der Heuschreckenplage (…)“ in Ostafrika auf, da hier Schwarmgrößen von 150 Mio. Tieren die Nahrungsgrundlage von 2500 Menschen innerhalb weniger Stunden vernichten. Auch Uganda ist seit Februar von dieser Insekteninvasion betroffen, die Heuschrecken kamen unaufhaltsam über die kenianische Grenze und fressen nun auf ihrem "Raubzug" Ernte und Futter der Nutztiere. Es handelt sich um eine der größten Plagen seit den 70´er Jahren. Bei so einer existentiellen Gefahr der Ernährungssicherheit im Land kann der Virus zum entscheidenden Zünglein an der Waage werden!

Wir alle hoffen inständig, dass sich die Situation in jeglicher Hinsicht so schnell wie möglich normalisiert!

Um die Landwirtschaft vor Ort unterstützen zu können, den ländlichen Raum zu fördern und die Situation der Jungbauern zu verbessern, wollen wir unser Austauschprojekt sobald wie möglich wieder starten.

Deshalb freuen wir uns über jede Bewerbung die wir für IYFEP und alle anderen Austauschprogramme bekommen. Denn es wird eine Post-Coronazeit kommen.

 

Wir gehen davon aus, dass unsere nächste Runde am 29. Juli 2020 in alter Frische wieder an den Start geht!

 

Bis dahin! Bleibt gesund! 

 

Eure Schorlemer Stiftung