Krassgrün - Maja Rüttiger

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Maja Rüttiger

Maja Rüttiger

Wer bist du?

Mein Name ist Maja Rüttiger. Ich bin 16 Jahre alt und komme aus der bayrischen Rhön. Seit September besuche ich die Staatliche Fachoberschule (FOS) in Triesdorf - hier mache ich mein Abitur mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft. Das läuft so: Im Wechsel habe ich 2 Wochen Schule und dann 2 Wochen Praktikum. Das Praktikum wird auf einem landwirtschaftlichen Betrieb absolviert. Mein Praktikumsbetrieb ist die Landwirtschaftliche Lehranstalt Triesdorf. Hier habe ich die Möglichkeit, ein ganzes Jahr in alle Teilbereiche der Landwirtschaft reinzuschauen, von Milchviehhaltung bis zu den Bienen. Eine Möglichkeit, für die ich sehr dankbar bin, da wir zuhause keinen eigenen Betrieb haben.

 

Was ist das Schönste an deiner Ausbildung?

Für mich ist das Schönste am Beruf Landwirt die Arbeit draußen, der Umgang mit den Tieren und jeden Tag zu wissen, dass man am Ende etwas Sinnvolles getan hat.

 

Was machst du, wenn es nicht um Landwirtschaft geht?

Neben der Landwirtschaft sind zwei Hobbies von mir das Reiten und die Jagd. Mein nächstes größeres Ziel ist auch der Jagdschein.

 

Welches Ziel hast du für später in deinem Leben?

Mein großer Wunsch ist irgendwann mal einen eigenen Betrieb zu haben und so meiner Leidenschaft, der Landwirtschaft, nachzugehen. Bisher arbeite ich am Wochenende nebenbei auf einem kleinen Hof mit, dort gibt es Schweine und Pferde.

 

#Blog 47

Der ganz normale Wahnsinn

Das erste halbe Jahr ist schon vorbei und auch in der letzten Zeit ist viel passiert. Wir hatten die ersten Schwerpunktspezifischen Kurse und auch in der Schule war viel los.

 

Eine Woche vor Weihnachten hatten wir den ersten Teil des Tierhaltungskurses, in der ersten Woche lag der Schwerpunkt auf dem Thema Rind. Die Kurse finden alle im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Triesdorf statt. Von Fütterung über Besamung bis zur Kälberaufzucht war alles dabei.

Jeden Morgen und Abend waren wir im Stall und haben bei den Typischen Aufgaben geholfen. Jeder war zweimal im Melkstand eingeteilt, einmal beim Roboter und bei den Kälbern. Für mich war die Stallarbeit im Stall der LLA schon Routine.

Auch während den Unterrichtszeiten hatten wir verschiedene Praktische Unterrichtseinheiten im Stall, wie z.B. Futterbeurteilung, Tierbeurteilung oder Tiergesundheit. Darüber hinaus haben wir uns außerdem mit der Milch, dem Stallbau, Rationsberechnung, Besamung und Kälberaufzucht beschäftigt.

Im zweiten Block unseres Tierhaltungskurses durften wir uns dann mit ein paar anderen Nutztierarten beschäftigen, wie dem Schaf, der Biene, dem Geflügel und natürlich auch mit dem Schwein. Wir haben uns Geflügelstall und den Schafstall in Form einer Führung genauer angeschaut und im Schweinestall durfte jeder von uns zweimal in dieser Woche selbst mit anpacken.

Außerdem haben wir uns auch ein wenig mit der Lebensmittelproduktion beschäftigt und uns dafür ein Film der Nutztierschlachtung angeschaut, im Zuge dessen haben wir uns auch mit den Aktuellen Preisen beschäftigt. Am Ende der zwei Wochen musste sich jeder noch einem Test unterziehen und hat ein Zertifikat bekommen.

 

Danach ging es erstmal wieder in die Schule, in dieser Zeit hieß es ran an den Schreibtisch und lernen, denn das Ende unserer Probezeit stand bevor und deshalb musste sich jeder nochmal reinhängen. Die Probezeit hat jeder 11. Klässler an der FOS Triesdorf, sie geht bis zum Halbjahreszeugnis, um diese zu bestehen braucht man mindestens 4 Punkte in jedem Fach. Aber das Lernen hat sich gelohnt. Denn jeder hat die Probezeit geschafft.

Und schon ging es in den Schweißkurs, dort haben wir uns mit dem Elektroden- und Schutzgasschweißen beschäftigt. Morgens hatten wir immer 1 1\2 Stunden Theorie und danach ging es in die Schweißkabine und jeder musste jeden Tag ein Prüfstück was er an dem Tag geschweißt hat abgegeben. Am Freitag hat uns auch wie bei jedem Kurs eine Prüfung erwartet.

 

Die Noten gehen in unsere FpV (Fachpraktische Vertiefung) Note eingeht, FpV ist das Fach in dem wir das Praktische noch mehr Vertiefen. Hier behandeln wir Sachen wie Bodenbearbeitbarkeit. Es musste auch jeder von uns einen Erfahrungsbericht schreiben. Die Note, die wir dort bekommen geht am ende der 12. Klasse in unsere Abinote ein.

#Blog 45

Von Körner sortieren bis Klauen schneiden

Die ersten 6 Wochen meiner Praktikumszeit in der Landwirtschaftliche Lehranstalt Triesdorf (LLA) sind wie im Flug vergangen, da im Betrieb immer irgendetwas zu tun ist. Bisher habe ich in zwei Abteilungen reingeschnuppert. In den ersten vier Wochen war ich in der Saatzucht der Landwirtschaftlichen Lehranstalt beschäftigt. Das ist ein Bereich der Landwirtschaft, mit dem ich bis noch nichts zu tun hatte und deshalb umso spannender für mich war.

In der Saatzucht der LLA wird der Sommerweizen und die Weiße Lupine züchterisch bearbeitet. Da ich erst im September in der Abteilung begonnen habe und die Ernte zu diesem Zeitpunkt schon vorbei war, stand für mich ganz viel Sortier-, Zähl-, Reinigungs- und Laborarbeit an. Das war eine spannende Tätigkeit und hat mir bewusst gemacht, dass man in der Landwirtschaft eben nicht den ganzen Tag auf dem Schlepper sitzt!

Meine Aufgabe war das Mahlen und Schroten von Weizenkörnern von verschiedenen Versuchsstandorten, aus Deutschland und dem Ausland. Die gemahlenen und geschroteten Körner kommen dann ins Labor und dort wird dann die Fallzahl bestimmt und der Sedimentationswert ermittelt. Die Fallzahl des Weizens wird vor allem durch die Witterung im Reife- und Erntezeitraum bestimmt. Die Fallzahlmethode dient der Qualitätsbestimmung von Schrot. Hierdurch kann man Rückschlüsse auf den Auswucherungsgrad ziehen. Wenn das Getreide ins Keimstadium gerät, kann dies ein schlechtes Backverhalten zur Folge habe. Der Sedimentationswert liefert Kenntnisse über die Quellfähigkeit der Eiweißstoffe im Weizenmehl. Eine Mehlsuspension mit Milchsäure wird geschüttelt und nach einiger Zeit wird die Höhe des gequollenen Volumens gemessen.

Eine weitere Aufgabe war das Zählen von gekeimten Weizenkörner. Diese waren in einer Plastikschale, in jeder immer 100 Körner. Die gekeimten Körner werden in eine Tabelle eingetragen. So kann man feststellen, welche Sorte für welchen Einsatz am besten geeignet ist.

 

    

Die letzten zwei Wochen habe ich im Milchgewinnungszentrum gearbeitet. Dort gibt es 150 Milchkühe in zwei Gruppen. Die eine Gruppe wird von einem Melkroboter (Lely Astronaut A5) gemolken und die andere Gruppe konventionell im Melkstand (Swing-Over Fischgrätenmelkstand von Hufnagel). Der Kuhstall der LLA ist gleichzeitig auch ein Schulungsstall. Hier werden durch die Tierhaltungsschule verschieden Kurse im Bereich Rind angeboten.

 

Bisher habe ich in alle „Abteilungen“ reingeschnuppert, vom Arbeiten mit dem Melkroboter über Melken im Melkstand bis hin zur Versorgung der Kälber. Mein „Highlight“ war das Enthornen der Kälber und dem Klauenschneidern über die Schulter zu schauen. Die Arbeit mit den Tieren macht mir jeden Tag viel Spaß und ich freu mich auf die kommenden Wochen in der Rinderhaltung.